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SCHON GEHÖRT?

Sprachassistent im Test

Mittwoch, 21. Oktober 2015

AHEAD ist unser Projekt, in dem wir einen Sprachassistenten an das Hörgerät koppeln (mehr Informationen hier). Das Projektteam hatte sich für eine Sprachsteuerung entschieden, da die Interaktion durch Sprache sehr natürlich und vor allem intuitiv und – zumindest theoretisch – besonders für Ältere gut geeignet sein sollte: keine zu kleinen Knöpfe, die man drücken muss, kein hin- und herspringen zwischen verschiedenen Anwendungen oder Browserfenstern, kein mühsames Lesen von zu kleinem Text.

Um diese Annahme auch in der Praxis zu überprüfen, wurden im Rahmen eines Labortests zehn Senioren befragt, wie sie mit aktuell existierenden Sprachinterfaces (getestet wurde mit Google Now) zurechtkommen. Außerdem sollten sie Aufgaben lösen und so die Frage beantworten, wie ein Voice User Interface beschaffen sein muss, um Senioren eine problemlose Interaktion zu ermöglichen. Das Ergebnis des Test war eindeutig: Senioren können Sprachinterfaces gut bedienen, die Steuerung technischer Geräte durch natürliche Sprache kann also für Senioren einen klaren Mehrwert haben.

Die Teilnehmer sollten mit Hilfe des Sprachassistenten verschiedene Aufgaben lösen und danach einschätzen, wie schwer ihnen diese Aufgabe fiel. So sollten sie zum Beispiel herausfinden, wie groß Angela Merkel ist oder wie sie von ihrem Standpunkt zum Münchner Marienplatz kommen, sie sollten eine SMS schreiben und verschiedene Arten, den Sprachassistenten zu aktivieren testen.

Auch wenn die Senioren teilweise Schwierigkeiten mit der Aktivierung des Systems und der Formulierung einzelner Sprachbefehle hatten, konnten sie 90 Prozent der gestellten Aufgaben gut lösen und stellten auch fest, dass sie sich sehr schnell an diese neue Art des Bedienens gewöhnen konnten. Den Probanden imponierten dabei vor allem die exakte Erkennung der Spracheingaben und die zügige Erledigung komplexerer Aufgaben, wie eben des Versendens von SMS durch Sprachbefehle: „Richtig zackig geht des!“.

Für AHEAD ergaben die Labortests wertvolle Erkenntnisse, um das Endergebnis des Projektes bestmöglich an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen. So bevorzugten die Testpersonen zum Beispiel zum Starten des Sprachassistenten einen physischen Button, der sich beispielsweise an der Brille oder am Hörgerät befinden kann. Diese und weitere Erkenntnisse fließen nun in die Weiterentwicklung des Prototyps ein.

Falls Sie dieses Thema interessiert: Im Konferenzband der 23. Information Technology and Society Interaction and Interdependence Konferenz beschreibt unsere Mitarbeiter Dominik Zenth das genaue Vorgehen während der Labortests: idimt.org/sites/default/files/IDIMT_proceedings_2015.pdf – Kapitel 3 (Seite 439)

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