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SCHON GEHÖRT?

Mitfiebern in der Leichtathletik

Mittwoch, 24. August 2016

Christoph Hartings viel kritisiertes Verhalten bei der Medaillenzeremonie, Usain Bolts sensationelles „Triple-Triple“ oder Shaunae Millers Hechtsprung über die Ziellinie – die Leichtathletik hat in den vergangenen zwei Wochen für einige spannende Momente gesorgt. Das Problem, mit dem Athleten und Verbände kämpfen, ist nur leider: Wenn gerade keine Olympischen Spiele stattfinden, interessiert sich fast ganz Deutschland mehr für Fußball als für Leichtathletik.

Das hat das WISS als Ausgangspunkt für ein Kooperationsprojekt mit dem Deutschen Leichtathletikverband und der ARD (bzw. dem Hessischen Rundfunk) genommen, in dem es darum geht, die Athleten besser zu präsentieren, die Sportart besser zu erklären und so ein größeres Interesse zu wecken.

Bei einem ersten Treffen in Leverkusen diskutierten WISS- und SINN-Mitglieder mit externen Partnern und Athleten und Trainern aus den Bereichen Speerwurf, Hammerwurf und Stabhochsprung Fragen wie

  • Wie funktioniert die Disziplin?
  • Was macht die Sportart aus
  • Wie kann diese Besonderheit medial dargestellt werden (z.B. durch Einspieler während der Live-Berichterstattung)?
  • Wie können die Ideen für die Deutsche Meisterschaft in der Leichtathletik im Juni umgesetzt werden?

Aus den Diskussionen kristallisierten sich zwei Hauptansatzpunkte heraus: einerseits die Athleten und Athletinnen, auf denen der Fokus liegt und die als „Typen“ ihren Sport prägen (wie zum Beispiel Usain Bolt) und die Sportart an sich, die oft für Laien schwer verständlich und damit langweilig ist, obwohl die Sportler Höchstleistungen und beinahe Unvorstellbares vollbringen.

Eine der Ideen, um die Athleten zu porträtieren, war zum Beispiel Einspieler, die aus einer längerfristigen Begleitung der Athleten entstehen und so unter anderem die Vielfalt der Anforderungen (Beispiel Stabhochsprung: Schnelligkeit, Mut, Turnen, Reaktionsfähigkeit…; Hammerwurf: Schnellkraft, Pirouetten, Dynamik, Technik) hervorheben.

Auf der Leichtathletik-Meisterschaft wurde eine weitere Idee umgesetzt: eine 

mobile „Bühne“, auf der sich die Athletinnen selbst mit einem persönlichen Motto vorstellen konnten, zum Beispiel Christin Hussong mit „Ich will meinen Traum erleben“ oder Linda Stahl: „Mit flacher Spitze ganz nach oben“.

Beim Fokus auf die Sportart ist die zentrale Frage, wie man sie für Zuschauer interessanter und vor allem spannender machen kann; hier drehten sich die entwickelten Ideen hauptsächlich um eine bessere Kenntnis der Sportarten. So steht zum Beispiel die Entwicklung einer Leichtathletik-App im Raum, die ein interaktives Erleben der Sportart und ihrer wichtigsten Parameter sowie einen guten Überblick über den Wettkampf selbst ermöglicht. Bei Stabhochsprung zum Beispiel sind das unter anderem die Stabhärte, die Anlaufgeschwindigkeit, die Windrichtung, oder der Abstand der Latte zum Einstechpunkt. Eine weiterinnovative Informationsmöglichkeit wäre ein „intelligenter“ Rasen, der durch Lichtsignale den Landepunkt, eventuell sogar mit Druckwelle, die Weite und weitere relevante Größen direkt anzeigen könnte.

Als erster Impuls wurde bei der Leichtathletik-Meisterschaft in Kassel an der Übersichtlichkeit gearbeitet: Die Vielfalt der Aktivitäten ist an einem Leichtathletiknachmittag kaum zu überschauen, viele Wettbewerbe finden gleichzeitig statt, Unordnung und Gewusel lenken ab und stören das Bild. Deswegen wurde im Umfeld der Speerwurfstation bewusst auf Ordnung geachtet und so der Fokus auf das sportliche geschehen verbessert.

Viele weitere Ideen stecken noch in der Pipeline und natürlich ist die Leichtathletik nur eine von vielen Möglichkeiten: Sie war zwar Schauplatz der Pilotumsetzung, aber das Konzept und die Maßnahmen, Sportarten „mitfiebergeeigneter“ zu machen, können leicht auch auf andere Sportarten übertragen werden. Wir halten Sie/euch natürlich auf dem Laufenden, was die weitere Entwicklung des WISS und dieses Projektes betrifft!

Wenn Sie/ihr nicht so lange warten können/könnt oder konkrete Fragten haben/habt, dann wenden Sie sich/wendet euch vertrauensvoll an Anna Münzhuber.

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