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SCHON GEHÖRT?

Jetzt wird´s heiß

Dienstag, 29. Oktober 2019

In den folgenden Zeilen schildert Fozzy einige Impressionen zu Bewegung und Sport bei sehr heißen Bedingungen. Der Beitrag schließt mit der Einladung zu einer Hitzeexkursion: Wer kommt mit, um zu erforschen, was passiert, wenn es mal wirklich heiß hergeht?

Die Leichtathletik-WM in Doha ist noch in lebhafter Erinnerung: Zusammenbrüche bei Marathonläuferinnen und -läufern kurz nach Mitternacht waren nur die Spitze des Heißbergs. Zur gleichen Zeit war ich auf der anderen Seite des persischen Golfs, dort, wo es noch heißer ist. Die Wüste Lut ist der heißeste Ort der Welt (https://www.geo.de/magazine/geo-magazin/27301-geo-nr-11-2017-wueste-lut), aber das ist trockene Hitze. Bandar Abbas an der Küste und die gegenüberliegende Golfinsel Qeshm sind nicht viel weniger heiß, dazu aber noch sehr schwül.

Was macht man überhaupt an solchen Orten, noch dazu im Urlaub? Der Hintergrund ist, dass man über den Umgang mit Extremen ganz Neues lernen kann, wenn man sich noch größere Extreme begibt: Bildlich gesprochen lernt man über Leichtbau beim Automobil ganz neue Sichtweisen, wenn man einmal versucht, ein Fahrrad in Richtung automobiler Funktionsangebote weiterzuentwickeln und nicht, ein Auto leichter zu machen. Was also lernt man von extremer Hitze, wenn es um den Umgang mit Bedingungen geht, die es womöglich bei Olympia in Tokyo oder der Fußball-WM in Katar gibt…

  1. Prävention gegen Entzündungen ist extrem wichtig: Kaum 300 km aus Teheran heraus steht man auf dem Weg in die Lut auf einem Rastplatz in der ebenfalls sehr heißen Kavir-Wüste. Jede Entzündung im Körper scheint sich sofort zu regen: Das Diclofenac steht bereit, Ingwerpulver gehört ab sofort zum täglichen Ernährungsplan.
  2. Trockene Hitze geht auf die Lungen: Das spüre ich gleich mehrfach. Bei einem „Sprint“ hoch auf die Festung in Bam, schlappe 43 Grad, die mir aber gar nichts auszumachen scheinen, spüre ich das Elend erst oben: Der herumfliegende Staub und die staubtrockene Lunge fordern ein nicht enden wollendes (ich rede hier über Tage.. L) Hustenkonzert.
  3. Sport macht man bei der Hitze einfach nicht: Fragen an die Einheimischen, wie man denn mit solchen Bedingungen mit Sport umgeht, resultieren in Rätselraten: Wir machen drinnen Sport, oder abends. 1964 war auch das IOC noch so weise, die Olympischen Spiele in Tokyo in die perfekten klimatischen Bedingungen des Oktober zu legen… Und tatsächlich: Beim Training im Fitnessstudio war ich gleichmäßig gut drauf, ob die Bedingungen draußen heiß-trocken oder heiß-schwül waren.
  4. Extremsportler können vielleicht Erkenntnisse geben: Auch in der Lut gibt es einen Extremmarathon, 240km. Ich bin zwar ein paar Meter mitgelaufen, aber die waren eher früh am Morgen. Die Gespräche mit den Sportlern selbst waren noch nicht wirklich zielführend, auch nicht mit den Organisatoren. „Die sind das halt gewohnt“. Da hätte ich mir schon mehr erhofft; muss noch einmal besser vorbereitet auf die Suche gehen.
  5. Heiß-schwül geht auf die Motivation: Auf der Insel Qeshm hatte ich mir meinen eigenen Parcours eingerichtet; kurzes Laufen mit dann Gewichten heben und werfen. Im Gegensatz zur Festung in Bam lief hier nichts wie von selbst: Zu jedem Schritt, zu jeder Hebung musste ich mich motivieren. Dafür blieb das ohne Folgen; war einfach nur sehr zäh.

 

So weit die kurzen Eindrücke. Denn mir war klar: So nebenbei im Urlaub holt man doch nicht so viel raus wie bei einer gezielt geplanten Exkursion. Noch dazu war ich über einen Monat zu spät: Wer es richtig heiß haben will, muss in der zweiten Augustwoche fahren und nicht Ende September.

Genau das habe ich nun vor: Wer kommt mit? Der Plan ist, Mitte August 2021 eine Woche lang in den Iran zu fahren; je drei Tage in die Lut, drei Tage nach Qeshm. In der Lut habe ich schon Fahrer und Gespräche mit Teilnehmern des Ultramarathon organisiert; wir können in einer Eco-Lodge am Rande der Lut übernachten und hätten auch Fahrräder, um da mal selbst reinzufahren. In Qeshm können wir mit Fußballspielern und Trainern reden, haben eine Unterkunft am Strand und hilfreiche Menschen vor Ort.

Gibt es nun Verrückte, Sportler, Trainer, Mediziner, Wissenschaftler, die ebenfalls Lust auf so ein Experiment haben? Bitte meldet euch; dann weiß ich, ob ich das etwas größer aufziehen oder als kleines Privatexperiment belassen soll….

Darüber hinaus schickt mir bitte jede Art von Anregung, die ihr habt, um mit solchen Bedingungen umzugehen… Mails bitte direkt an efm@innovationsmanufaktur.com.

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